Der Lotus Seven Serie 3 (1968 - 1969)

Als einer der wichtigsten Männer für die Entwicklung des Seven S3 sollte sich bald Graham Nearn erweisen. Als Alleinvertreter des Seven hatte sich der Chef von Caterham Cars zur Gewohnheit gemacht, seine bestellten Wagen jede Woche persänlich mit Landrover und Anhänger bei Lotus abzuholen und nebenbei mit den Verantwortlichen noch ein kleines Schwätzchen zu halten. So war er ständig auf dem Laufenden und konnte im Frühjahr 1968 eine umfassende Liste mit Verbesserungs- und Vermarktungsideen für den Lotus Seven vorlegen. Colin Chapman war beeindruckt von Nearns Sachkenntnis und sicherte ihm vorab die Exklusivrechte für den Vertrieb des Seven auch für die nächsten Jahre zu.



Der 'echte' Seven S3 mit dem neuen Ford-Motor mit Querstrom-Zylinderkopf und Ford-Hinterachse kam im August 1968, nachdem in der Übergangsphase noch eine ganze Anzahl 'S2=' getaufte 1600-ccm Sevens mit der alten Standard-Hinterachse ausgeliefert worden waren. Fahrwerk und Karosserie waren im Prinzip unverändert vom S2 übernommen worden, aber ansonsten waren eine Menge Detailveränderungen wie breite Felgen, neue Auspuffanlage, aussenliegender Tankeinfüllstutzen und neue Instrumentierung in die dritte Serie eingeflossen.



Die Firma Caterham Cars besorgte seit 1967 den Alleinvertrieb des Lotus Seven. Dieser interessanterweise unlackierte Seven mit grün (ja?) eingefärbten Kotflügeln und Schnauze war 1968 ihr erster S3 Vorführwagen.



Ein Super Seven par excellence war der auf dem S3 aufbauende SS, der als erster Seven ein Lotus Twin-Cam Triebwerk erhalten hatte. Das Fahrwerk musste an einigen Punkten verstärkt werden, um den Leistungszuwachs zu verkraften, und der Prototyp war sogar noch mit Stahlblech beplankt. Mit wunderschönen Leichtmetallrädern, luxurivser Innenausstattung und einem von Holbay liebevoll präparierten Motor war der Wagen ein Publikumsmagnet auf der Earls Court Motor Show 1969. Die Motorhaube war ausgeschnitten, um den Blick auf den Motor freizugeben, weshalb der Wagen als 'Schnittmodell' eingestuft und zur Enttäuschung aller Beteiligten nicht zum Wettbewerb um die schönste Karosserie zugelassen wurde.



Noch ein historischer Schnappschuss, aufgenommen in Earls Court am Tag der Ervffnung der Automobilausstellung 1969 um vier Uhr morgens, kurz nach der Fertigstellung des Twin-Cam-SS Ausstellungsstücks.